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Warum KI PR nicht ersetzt, sondern gnadenlos entlarvt

  • stumptner
  • 24. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Kein Wunder, dass in der laufenden Saison Logos namhafter KI-Plattformen die Helme vieler Rennfahrer zieren, während sie über die Tracks des globalen Formel-1-Zirkus rasen. Ein perfektes Bild für die hohe Geschwindigkeit, mit der die KI unser Leben, die Geschäftswelt, und damit auch massiv die Arbeit in der PR verändert. Auf jeden Fall deutlich schneller, als viele es noch heute wahrhaben wollen.


Ich habe es vor allem in den letzten beiden Jahren im Berufsalltag selbst erleben dürfen: Künstliche Intelligenz beeinflusst nicht nur immer mehr, wie Inhalte entstehen. Sie beeinflusst vor allem, welche Art von Kommunikation künftig sichtbar, relevant und vor allem glaubwürdig bleibt.


Entscheidender Punkt: KI macht PR nicht automatisch besser. Sie macht aber gute PR sichtbarer, und weniger gute PR offensichtlicher. Aus meiner Sicht passieren derzeit


7 wichtige Veränderungen in der PR-Welt:

  1. Die KI wird vom Tool zum Gatekeeper. Es geht nicht mehr nur um Inhalte, sondern darum, wie Marken und Themen von KI-Systemen eingeordnet und zitiert werden.

  2. Sichtbarkeit verschiebt sich. Früher war der Plan: PR will in Medien erscheinen. Heute ist klar: PR muss zwingend auch in KI-Antworten zu finden sein.

  3. Reichweite allein überzeugt nicht mehr. Wichtig ist auch Vertrauen und die Nachvollziehbarkeit der Botschaft.

  4. Austauschbare PR verliert schneller an Wirkung. Wie bereits erwähnt: KI macht mittelmäßige Kommunikation nicht besser — sie schwächt sie.

  5. Strategie wird wichtiger als der reine Output. Mehr Content = mehr Relevanz ist nicht mehr das einzig selig machende Modell.

  6. PR muss noch besser messbar werden. Unternehmen wollen sehen, welchen Beitrag Kommunikation zu Reputation und Zielen leistet.

  7. Gute PR denkt in Narrativen, nicht nur in Maßnahmen. Hin und wieder ein paar Pressemitteilungen reichen nicht — ein klares inhaltliches Gerüst ist gefragt.


Anders ausgedrückt:

  • KI spart Zeit: Recherche, Entwürfe, Monitoring, Auswertungen.

  • Geschwindigkeit allein ist kein Qualitätsbeweis.

  • Viel Content ist keine bessere Kommunikation.

  • Ein KI-generierter Text ist noch lange keine starke PR.


Vertrauen ist der neue Wettbewerbsfaktor

In einer Welt voller generischer Inhalte wird Vertrauen zum knappsten Gut. Austauschbare PR verschwindet zügig im allgemeinen Grundrauschen. Klare Positionierung, Haltung und Konsistenz gewinnen dagegen aus meiner Sicht immer mehr an Relevanz.

Ganz wichtig: Ich arbeite sehr gerne und tagtäglich mit KI. Und ich beobachte gerne, wie und wo KI zum Einsatz kommt. Warum? KI ist superspannend, weil sie die strategische Arbeit nicht ersetzt, aber schonungslos offenlegt, ob eine Strategie vorhanden ist.


Was Agenturen und Unternehmen brauchen

Für Unternehmen ist PR nicht nur Pflichtaufgabe, sondern mehr denn je ein Kernbestandteil von Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit. Strategische PR ist das Maß der Dinge. Und es gilt, die Strategie nicht nur auf dem Papier festzuhalten, sondern sie auch mit Überzeugung zu leben. PR-Manager und externe PR-Agenturen sind daher heute angehalten, Ihren Unternehmen bzw. Auftraggebern nicht nur Content zu liefern, sondern Themen zu strukturieren, die Positionierung zu schärfen und die Kommunikation strategisch zu führen. Ich meine: Wer seine Themen nicht gezielt steuert, überlässt sie anderen, oder den (KI-)Systemen, die automatisch darüber sprechen, teils mit Wissen von gestern.



Mein Fazit

Die Zukunft der PR gehört nicht den lautesten Marktschreiern. Sie gehört denjenigen, die am klarsten denken, am glaubwürdigsten kommunizieren und verstanden haben, dass gute PR mehr ist, als Texte zu schreiben. In diesem sich derart schnell verändernden Umfeld wird strategische Kommunikation zum Unterschied zwischen bloßer Präsenz und echter Wirkung. KI kann nicht nur helfen, sie darf, sie muss heutzutage zum Einsatz kommen. Meine Prognose lautet jedoch: KI kann, soll und wird gute, menschliche PR nicht vollends ersetzen - so wie Formel-1-Rennwagen trotz fortschrittlichster Technik immer einen guten, erfahrenen Fahrer brauchen, um die Teams und Marken in die Pole Position zu befördern.

 
 
 

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