Nicht alles Gold im Zockerland
Während sich in Köln immer noch abertausende Fans durch die Messehallen Schoben, war ich zurück an meinem Schreibtisch, an dem ich mein erstes gamescom-Erlebnis seit vielen Jahren Revue passieren ließ – mit ambivalentem Fazit.

Internationale Rekordmesse bei sinkendem Umsatz in Deutschland.
Ausstellerrekord und Hunderttausende Besucher auf der einen Seite, zunehmend Studioschließungen und eine anhaltende Chipkrise auf der anderen.
Deutschland wächst als Absatzmarkt, aber nicht als Produktionsstandort.
Die Beschäftigung sinkt das zweite Jahr in Folge, obwohl die Zahl der Unternehmen steigt.
Game-Verbandschef Felix Falk: ein Mann der erfreulich klaren Worte, der Probleme benennt, und von der Politik Maßnahmen einfordert.
Es ist also nicht alles Gold, was glänzt im schillernden Zockerland. Die Marktdynamik, die auf der Messe gespiegelt wurde, hat mich dennoch massiv beeindruckt.
Ob Rayman, Farmer-Simulation und Super Mario Bros., ob Sega, Samsung oder JBL: Allein die Messestände (der Begriff Stand wird den riesigen Aufbauten nicht gerecht) waren gigantisch. Für mich als Kinofan spannend: Die 1.600 Einträge starke Ausstellerliste umfasste beachtlich viele Firmen und Brands aus der Filmindustrie. Und der neue „Star Wars Galatic Racer“ steht schon auf meiner Download-Liste, sowie auch „FC 27“, das vor Ort von Bastian Schweinsteiger promoted wurde.

Wie bereits vor ein paar Tagen im Video für meinen „Digisaurier“-Kollegen und Freund Christian Spanik berichtet, gab die Retro-Area der gamescom nicht nur mir ein Gefühl von Homecoming: Das „neue“ (wenn auch umstrittene) Commodore neben Atari als Aussteller, dazu zahlreiche C64, Pong- und Flipper-Spielestationen und Games-Soundtrack-Legende Chris Hülsbeck live vor Ort. Eine Zeitreise, die mich unweigerlich erinnerte, wie ich in den 80ern mein erstes „Bruce Lee“-Spiel mit der Datasette auf den C64 geladen habe.
Das war sie für mich, die gamescom 2026: harte Marktbedingungen auf der einen und pure positive Emotionen auf der anderen Seite. Auch, weil ich trotz meiner bislang nur peripheren Branchenkenntnis nebst inspirierenden neuen Kontakten erfreulich viele bekannte Gesichter getroffen habe (siehe Fotos). Etwa Micha Schulz von konsolenfan.de, der an seinem beeindruckenden Stand mit Partnern wie Elac, Canton und Genelec zeigte, wie wichtig guter Sound für Games sein kann. Oder Chris Mahnke, der im Auto von Dolby und Cinemo sein Konzept interaktiver Hörspiele vorstellte. Und natürlich meinen einstigen redaktionellen Weggefährten Stephan Steininger, der als Chefredakteur von GamesMarkt die B2B-Plattform Nummer 1 der Branche erfolgreich führt.
Gründe genug, mich schon aufs nächste Level in diesem Spiel zu freuen: auf die gamescom 2027.



Kommentare